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Informationen zum Nebennierenkarzinom

Informationen zum Nebennierenkarzinom




Überblick

Das Nebennieren-Karzinom ist ein seltener hochmaligner Tumor mit schlechter Prognose. Es kann in jedem Lebensalter auftreten, die höchste Inzidenz wird jedoch in der vierten und fünften Lebensdekade erreicht. Jährlich wird bei etwa 1 bis 2 Personen pro 1 Millionen Einwohner erstmalig die Erkankung diagnostiziert, in Deutschland ist somit pro Jahr mit 100 bis 200 Neuerkrankungen zu rechnen. Das klinische Erscheinungsbild wird insbesondere durch die Hormonaktivität bzw. die Größe des Tumors bestimmt. Obgleich sich mittels einer sorgfältigen biochemischen Diagnostik bei etwa 80% der Patienten eine übermäßige Hormonausschüttung nachweisen lässt, leiden allerdings nur etwa 60% der Patienten unter entsprechenden Symptomen. Die häufigste Hormonstörung ist die unkontrollierte Ausschüttung des Stresshormons Cortisol (bzw. von dessen Abkömmlingen), woraus ein sogenanntes „Cushing-Syndrom“ (mit Gewichtszunahme, Bluthochdruck, Wassereinlagerungen u. v. m.) resultieren kann. Auch lässt sich häufig eine gesteigerte Ausschüttung männlicher Hormonvorstufen nachweisen, welche insbesondere bei betroffenen Frauen zu typischen Symptomen (z. B. vermehrte Behaarung) führt. Bei hormonell inaktiven Raumforderungen führt in der Regel erst die zunehmende Tumorgröße mit hieraus resultierenden Symptome zu einer Diagnosestellung. Dieses hat zur Folge, dass der Tumor häufig erst in einem bereits weit fortgeschrittenen Stadium (z. B. bereits mit Einwachsen in andere Gewebe oder Entwicklung von Fernmetastasen) erkannt wird.